Zöliakie: Magen-Darm-Infekt als Kleinkind?

Ein Magen-Darm-Infekt im frühen Kindesalter erhöht das Risiko, an einer Zöliakie zu erkranken. Zu diesem Schluss kommt eine wissenschaftliche Untersuchung.

Kleinkind hält die Hand eines Erwachsenen: Eine Studie zeigt, dass ein Magen-Darm-Infekt im frühen Kindesalter das Risiko erhöht, an Zöliakie zu erkranken.

Über die Ursachen dafür, dass der Körper das Klebereiweiß Gluten mit seinem Immunsystem heftig bekämpft, gibt es nach wie vor nur Hypothesen: Was könnten die Auslöser sein, was führt überhaupt zu dieser Erkrankung? Ein möglicher Risikofaktor wurde nun identifiziert: ein Magen-Darm-Infekt als Baby oder Kleinkind.

Magen-Darm-Infekt als Risiko

Frühkindliche Infektionskrankheiten können im weiteren Leben einige Erkrankungen fördern. So wurde unter anderem ein Zusammenhang mit der Entstehung von Typ-1-Diabetes nachgewiesen: Das höchste Erkrankungsrisiko dafür besteht bei Kleinkindern mit wiederholten Atemwegsinfektionen innerhalb der ersten sechs Lebensmonate. Im Hinblick auf Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich entpuppten sich Magen-Darm-Infekte als riskant. So erhöhen diese im frühen Kindesalter das Risiko für eine spätere Zöliakie*. Dabei verursacht Gluten chronische Entzündungen an der Darmschleimhaut. Die einzige Therapie dagegen ist das lebenslange Meiden des Klebereiweißes. Dieses kommt in den meisten Getreidesorten wie Weizen, Dinkel und Roggen vor.

Erstes Lebensjahr besonders gefährdet

Das Risiko, später an einer Zöliakie zu erkranken, ist besonders hoch, wenn im ersten Lebensjahr Infektionen des Magen-Darm-Trakts aufgetreten waren. Die erhöhte Erkrankungsgefahr steht offenbar in Zusammenhang mit der Entzündung im Magen-Darm-Trakt durch die Infekte. Spezifische virale oder bakterielle Erreger scheinen dagegen keine Rolle zu spielen.

Für die Untersuchung wurden anonymisierte Datensätze von 295.420 Kindern ausgewertet, die in den Jahren 2005 bis 2007 geboren waren.

*Beyerlein, A. et al. Infections in early life and development of celiac disease, American Journal of Epidemiology, 2017; DOI: 10.1093/aje/kwx190

Foto: © Friday – Fotolia

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