Akut oder chronisch: das sollten Sie wissen

Schmerzen können akut oder chronisch auftreten. Auch wenn beides gleich wehtut, gibt es dennoch gravierende Unterschiede zwischen den beiden Schmerzformen.

Bei einem Reißnagel tut es akut weh ...

Das Empfinden von Schmerz ist wie Hören oder Sehen ein Bestandteil unseres Sinnessystems. Dank ihm nehmen wir uns selbst und unsere Umwelt wahr. Eine Schmerzempfindung entsteht, wenn Schmerzfühler, die Nozirezeptoren erregt werden. Dieses Signal leiten bestimmte Nervenbahnen zum Rückenmark und über das Zwischenhirn weiter an verschiedene Bereiche des Gehirns. Das Zusammenspiel dieser Zentren im Gehirn bestimmt darüber, wie intensiv wir einen Schmerz empfinden und stark er uns beeinträchtigt. Es gibt also nicht das eine Schmerzzentrum. Entsprechend spricht man in der Medizin heute auch vom bio-psycho-sozialen Schmerz.

Akut ist ein Alarmsignal

Mit akutem Schmerz schlägt unser Körper Alarm, dass etwas nicht stimmt. So etwa mit Zahnschmerzen oder bei körperlichen Überlastungen. Weil akuter Schmerz uns warnen soll, ist er in der Regel mit Angst und Sorge verknüpft. Bestimmte Botenstoffe im Gehirn oder Rückenmark, wie etwa körpereigenes Morphin, können den akuten Schmerz allerdings vorübergehend unterdrücken. Akute Schmerzen sind durch medikamentöse und physikalische Maßnahmen meist gut zu behandeln. Oft klingen sie auch von selbst ab, sobald die auslösende Ursache geheilt oder beseitigt wurde. Fazit: Akuter Schmerz ist eine wichtige lebenserhaltende und sinnvolle Reaktion unseres Organismus.

Chronisch ist krankhaft

Man spricht von chronischen Schmerzen, wenn diese wiederkehrend oder anhaltend über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten auftreten. Dies verursacht, nicht erstaunlich, erhebliche Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen. Neben körperlichen Faktoren spielen bei chronischen Schmerzen immer auch soziale und psychische Aspekte eine wichtige Rolle. Sie alle beeinflussen die Schmerzempfindung. So können vorhergegangene schmerzhafte körperliche oder seelische Erfahrungen die Schmerzen verstärken. Bei der Behandlung chronischer Schmerzen müssen deshalb alle Aspekte, körperlich, psychische und soziale, berücksichtigt werden. Fazit: Chronische Schmerzen sind eine schwere eigenständige Erkrankung und müssen unbedingt als solche gewertet und behandelt werden.

Foto: © Sigrid Rossmann – pixelio.de
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