Bei Faszien-Rollen ist Vorsicht geboten

Kein Fitness-Studio, kein Wellness ohne Faszien-Rollen. Die runden Teile haben einen Siegeszug angetreten. Doch dieser Hype ist nicht ohne Risiken.

Der Trend mit den Faszien-Rollen ist nicht ohne Risiken.

Rollen Sie schon oder trainieren Sie noch ganz banal? Diese Frage drängt sich allen auf, die sich noch ganz konventionell um ihre Fitness bemühen. Denn nun sollen Faszien-Rollen es richten, wenn die Bauchmuskeln schwächeln oder der Rücken schmerzt. Ob dieses so trendige „Rolligsein“ allerdings wirklich etwas bringt, nämlich die Nutzer fitter und gesünder macht, ist allerdings fraglich. Dafür, dass es durchaus gesundheitlichen Schaden anrichten kann, gibt es jedenfalls mehr Indizien als für den Nutzen …

Was ist dran an Faszien-Rollen?

Dieser Frage gingen unter anderem Wissenschaftler von der Bergischen Universität Wuppertal nach. Sie interessierten sich vor allem für die biomechanischen Effekte und die Belastungen auf die Körperstrukturen. Die Probanden nutzten die Rollen je zweimal eine Minute pro Muskelgruppe an den Beinen. Danach wurden die vertikale Sprunghöhe und die Spannung der behandelten Muskeln gemessen. Es zeigten sich keinerlei Veränderungen im Vergleich zu den Ausgangswerten.

Dass das Rollen die Faszien glättet und so unter anderem Schmerzzustände zu beheben vermag, konnte ebenso nicht bestätigt werden. So ist etwa die Behandlung von chronischen Schmerzen im Bewegungsapparat oder Rücken mit dieser Methode nicht zu rechtfertigen. Schließlich bleibt die reine Kompression, also einfaches Drücken auf die Bindegewebshüllen, ohne die gewünschten schmerzlindernden Effekte. Was sich jedoch einstellen kann, sind unerwünschte Wirkungen.

Gefahren durch hohen Druck

Dass Faszien-Rollen gesundheitliche Risiken bergen, liegt vor allem mit daran, dass sie einen ganz erheblichen Druck auf die massierten Gewebe ausüben. Beim Rollen über die Wade oder den vorderen Oberschenkel haben Forscher eine Belastung von durchschnittlich 30 Prozent des Körpergewichtes gemessen. Bei Menschen, die sich mit dem Rücken drauf legen und rollen, liegt diese Belastung um ein Vielfaches höher. Das kann beispielsweise Schäden an den Venenklappen hervorrufen. Besonders gefährdet dafür sind Diabetiker und starke Raucher, deren Blutgefäße bereits vorgeschädigt sind.

Fazit:

Die Gelenke mögen durchs Rollen beweglicher werden, Schmerzen lassen sich indessen nicht lindern. Zur Steigerung der Mobilität sollte man angesichts der genannten Gefahren jedoch besser auf konventionelle Dehn- und Gymnastikübungen zurückgreifen.

Foto: © Rainer Sturm / pixelio.de
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