Häufig Wadenkrampf? Das hilft Ihnen

Wer kennt das nicht? Ein Wadenkrampf tritt plötzlich auf und bereitet höllische Schmerzen. (Be-)Handlungsbedarf besteht, wenn die Krämpfe häufig auftreten.

Ein Wadenkrampf kommt meist von jetzt auf gleich.

Ein Wadenkrampf entsteht nicht in der Muskulatur. Er ist also kein muskuläres Problem, wie viele denken, sondern ein neurologisches: Ausgelöst werden Muskelkrämpfe durch spontane Depolarisierungen der Nervenmembranen. Dabei bilden sich Aktionspotenziale aus, also Nervenimpulse, die dann im Endeffekt zu einem „Erregungssturm“ im Muskel führen.

Ursachen für einen Wadenkrampf

Elektrolytverschiebungen können die Reizbarkeit der Nerven, die den Muskel umgeben, erhöhen und die Entstehung von Krämpfen begünstigen. Das könnte auch der Grund sein, warum mehr Menschen im Sommer Wadenkrämpfe bekommen – man schwitzt mehr und trinkt oftmals nicht genug. Hinzu kommen mechanische Auslöser: Senkt man die Zehenspitzen nach unten, so dass sich der Wadenmuskel verkürzt – wie das beispielsweise der Fall ist, wenn der Fuß durch eine schwere Bettdecke heruntergedrückt wird oder in High-Heels steckt – kann es leichter zu Wadenkrämpfen kommen. Beugt man den Fuß in die Gegenrichtung und streckt den Wadenmuskel, löst sich der Krampf.

So beugen Sie vor

Zur Vorbeugung empfehlen Experten in der aktuellen Leitlinie* regelmäßige passive Dehnübungen der Wadenmuskulatur. Das geht beispielsweise durch Vorbeugen des Körpers im Stand, ohne dass die Fersen den Bodenkontakt verlieren. Ebenso ratsam ist die Einnahme von Magnesium. Denn der Mineralstoff führt an der Muskelmembran zu einer Stabilisierung und reduziert Aktionspotenziale, die Kontraktionen im Muskel auslösen. Viele Patienten berichten, dass es bei ihnen die Neigung zu Muskelkrämpfen lindert. Wenn es nicht überdosiert wird, ist Magnesium außerdem unbedenklich und hat keine Nebenwirkungen. Aufpassen müssen lediglich Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion, sie sollten vor der Dauereinnahme mit ihrem behandelnden Arzt sprechen.

Chininsulfat bewährt sich

Bei Menschen, die unter häufigen, langanhaltenden und stark schmerzenden Wadenkrämpfen leiden, können Präparate mit Chininsulfat die Lösung sein. In einer aktuellen Studie erwiesen sie sich als sehr wirksam und gut verträglich**. Anzahl, Dauer und Schmerzintensität der nächtlichen Wadenkrämpfe nahmen bei der Mehrzahl der Patienten ab und das Nebenwirkungsprofil war tolerabel.

* https://www.dgn.org/leitlinien/3402-030-037-crampi-muskelkrampf-2017#empfehlungen
** Diener H-C, Baurecht W. Chininsulfat in der Therapie nächtlicher Wadenkrämpfe: Verträglichkeit, Compliance, Lebensqualität und Einfluss auf Symptome. MMW 2019, Sonderheft 6/2019
Foto: © – pixelio.de
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