Läuferknie? Machen Sie bloß Pause

Viele Läufer haben Knieschmerzen – und düsen dennoch unbeirrt weiter. Doch wer ein Läuferknie ignoriert, kann eine chronische Entzündung entwickeln.

Bei einem Läuferknie ist dringend Ruhe angesagt.

Es ist ein stechender Schmerz, der am Knie beginnt und dann das Bein hinauf und hinunter zieht. Was da so derartig Probleme macht, ist der Schleimbeutel im Bereich des Kniegelenks. Über ihm sitzt das sogenannte Iliotibial-Band, kurz IT-Band. Dieses mehrere Zentimeter breite Faserbündel führt außen am Oberschenkel entlang bis hin zum Schienbeinkopf. Es spannt sich beim Laufen immer wieder auf und reibt bei jedem Schritt über den Schleimbeutel am Knie. Dadurch kann sich der Schleimbeutel entzünden. Und dann heißt die Diagnose Läuferknie. Besonders anfällig dafür sind Vielläufer. Denn das Knie ist für sie eine entscheidende Körperregion, da das IT-Band die Muskeln stabilisiert und so die Kraft aus dem Bein überträgt.

Was beim Läuferknie hilft

Zunächst ist der Gang zum Arzt in jedem Fall obligat. Auch deshalb, um Verletzungen wie etwa Ermüdungsrisse in den Bändern ausschließen zu können. Wurde ein Läuferknie festgestellt, ist eine Laufpause von mindestens zehn Tagen angesagt. Denn um die Entzündung zu heilen, hilft nur Ruhe für das Kniegelenk. Nur so kuriert sich der Schleimbeutel wieder aus. Wer dagegen unter Schmerzen weiter läuft, riskiert eine chronische Entzündung des Schleimbeutels. Oder sogar noch größere Schäden, die im schlimmsten Fall eine Operation nach sich ziehen.

Der Einstieg ins reguläre Laufprogramm sollte nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen. Spricht nichts mehr gegen Bewegung, ist es wichtig, das Pensum allmählich zu steigern. Zu Beginn empfehlen sich insofern langsame Läufe mit 60 bis 70 Prozent der normalen Distanz.

So können Sie vorbeugen

Die optimale Laufposition sieht so aus: Schulterblätter nach hinten, Brust nach vorne. Oberkörper gerade, Bauch angespannt. Kopf nach oben und nach vorne. So minimiert man die Wahrscheinlichkeit von Fehlbelastungen und somit auch der Läuferknie-Verletzung. Ein starker Halteapparat zwischen Brust und Knie führt dazu, dass die Bewegung beim Laufen vermehrt aus dem Becken und der Lendenwirbelsäule kommt. Dort kann mehr Kraft erzeugt werden als in den unteren Extremitäten. Das Knie wird entlastet und ein Läuferknie unwahrscheinlicher. Auch die Stärkung der Gesäßmuskulatur trägt dazu bei. Läufer sollten sich darüber hinaus regelmäßig dehnen, um einem Läuferknie vorzubeugen. Denn das vermindert die Spannung auf den Bändern im Bein und der Schleimbeutel entzündet sich nicht so schnell.

Foto: © marjan4782 / fotolia.com
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