Mehr Selbstmitgefühl, weniger Schmerzen

Mit anderen fühlen wir oft mehr mit als mit uns selbst. Doch eine gesunde Portion Selbstmitgefühl hilft Schmerzpatienten sehr wirksam.

Selbstmitgefühl lindert Schmerzen wirksam.

Menschen, die nicht nur anderen, sondern auch sich selbst mit Mitgefühl begegnen und sich verzeihen können, leiden weniger stark unter chronischen Schmerzen. Das zeigt eine Untersuchung portugiesischer Wissenschaftler*. Sie untersuchten, was die Schmerzakzeptanz von Patienten beeinflusst. Leiden Betroffene lange Zeit an Schmerzen, die weder Medikamente noch andere Therapien zu lindern vermögen, hilft es oft, seine Sichtweise zu verändern. Statt die Pein zu bekämpfen und von sich zu schieben, kann es sinnvoll sein, sie als Teil seines Erlebens zu akzeptieren und nach Wegen zu suchen, trotzdem verschiedenen Aktivitäten nachzugehen. Wem das gelingt, der ist besser davor geschützt, zusätzlich noch an einer psychischen Störung wie beispielsweise einer Depression zu erkranken.

Was ist Selbstmitgefühl eigentlich?

Unter Selbstmitgefühl verstehen Psychologen die Fähigkeit, sich auch bei Fehlern und Misserfolgen so verständnisvoll und freundlich zu behandeln, wie man es etwa im Falle eines guten Freundes tun würde. Wer Aussagen wie “Ich versuche, meine Fehler als Teil der menschlichen Natur zu sehen” zustimmt, zeigt eher Selbstmitgefühl als jemand, der sich für unliebsame Eigenschaften Vorwürfe macht. Studien zeigen, dass Menschen, die sich auch selbst verzeihen können, besser gegen Stress und Belastungen gewappnet sind. Schmerzforscher meinen deshalb, es könnte sich als vorteilhaft erweisen, gerade Schmerzpatienten zu mehr Selbstmitgefühl zu ermutigen.

*Sérgio A. Carvalho: Mindfulness, selfcompassion, and depressive symptoms in chronic pain: The role of pain acceptance
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/jclp.22689
Foto: © marjan4782 / fotolia.com
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