Mit Naturmedizin gegen Arthrose

Die Naturmedizin hält viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten jenseits der Therapie mit chemischen Wirkstoffen bereit. Das gilt auch bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose.

Naturmedizin hilft auch bei Arthrose.

Die Naturmedizin kann bei Arthrose eine spürbare Besserung der Beschwerden bringen. Die pflanzlichen Arzneimittel eignen sich auch gut zur Ergänzung der Behandlung mit synthetischen Medikamenten. Vielfach kann dadurch die Dosis schmerzlindernder Präparate gesenkt werden. Zur Behandlung von Gelenkerkrankungen wie Arthrose haben sich vor allem drei Heilpflanzen bewährt: Brennnessel, Teufelskralle und Weide.

Brennnessel (Urtica dioica)

Dass diese Pflanze mit Vorsicht zu genießen ist, aber auch so einiges an Heilkraft in sich birgt, wusste man bereits im frühen Mittelalter. Die Brennnessel fand Anwendung gegen die verschiedensten Beschwerden. Unter anderem auch zu Abreibungen der Haut mit frischen Brennnesseln zur Linderung rheumatischer Beschwerden und Gelenkschmerzen. Wie man heute weiß, hat diese Behandlung vollauf ihre medizinische Berechtigung: In dem weitverbreiteten Unkraut stecken Stoffe, die therapeutisch in das Geschehen am Gelenk eingreifen können. Die Brennnessel hemmt entzündliche Stoffe, die so genannten Zytokine, die bei aktivierter Arthrose gebildet werden.

Die Behandlung mit Extrakten aus den Wurzeln der Brennnessel verbessert die Beweglichkeit der erkrankten Gelenke und lindert die Schmerzen. Darüber hinaus kann die Dosierung von NSAR gesenkt werden, wenn zugleich mit Brennnessel-Extrakten behandelt wird.

Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Die getrockneten Wurzeln dieser urtümlichen Wüstenpflanze finden bei den Volksstämmen des südafrikanischen Hochlandes seit vielen Generationen medizinische Verwendung. Der Entzündungshemmer aus der Kalahari-Wüste dient zur Schmerzlinderung und als Antirheumatikum. Die hohe therapeutische Wirksamkeit bei Gelenkbeschwerden blieb der modernen Wissenschaft nicht verborgen und verschaffte den heilkräftigen Wurzeln Eingang in unsere Medizin. Der Extrakt aus den Teufelskrallewurzeln hat schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkungen. Er wird eingesetzt bei degenerativen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, allen voran Arthrose. Bei leichten Beschwerden kann die Behandlung mit Teufelskralle bereits allein für sich ausreichend wirksam sein. Ansonsten bewähren sich die Extrakte aus den Wurzeln zur begleitenden Therapie: Damit lassen sich Dosierung und Einnahmehäufigkeit synthetisch-definierter Antirheumatika reduzieren.

Die hohe therapeutische Wirksamkeit der Teufelskralle ist inzwischen durch mehrere Studien belegt: Dabei erwiesen sich als wichtigste Wirkstoffe die Iridoidglykoside Harpagid sowie Harpagosid. Sie wirken entzündungshemmend, schmerzstillend und antiarthritisch. Untersuchungen ergaben, dass Harpagoside hemmend in die Biosynthese entzündungsauslösender Prostaglandine eingreifen. Unter anderem der Arachidonsäure, die eine tragende Rolle im Arthrose-Geschehen spielt.

Weide (Salix purpurea L., Salix alba L.)

Was die Weide in ihrer Rinde hat, kennen wir: Salicin, Ausgangsstoff der Acetylsalicylsäure und Wirkstoff eines weltbekannten Medikaments. Nicht umsonst wird Weidenrinde als natürliches »Aspirin« bezeichnet. Die Volksmedizin kennt und nutzt die schmerzstillenden und entzündungshemmenden Eigenschaften des Salicins seit Jahrhunderten. Bei Erkältungen, Kopf- und Zahnschmerzen, zur Wundheilung und auch zur Linderung schmerzhafter Gelenkbeschwerden.

Da die Weidenrinde den Ausgangsstoff der nichtsteroidalen Antirheumatika liefert, sind ihre Wirkungen auch den NSAR vergleichbar. Wenn auch schwächer ausgeprägt, aber ohne deren umfangreichen Nebenwirkungen. So sind Weidenrindenpräparate eine gute Alternative zu NSAR.

Foto: © Kladu / pixelio.de

 

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