Wie die Arthrose-Diagnose abläuft

Weshalb tun beim Treppensteigen die Knie weh, wieso kriege ich den Schraubdeckel kaum auf? Eine Arthrose-Diagnose gibt Ihnen Antworten darauf.

Zur Arthrose-Diagnose werden auch Laborwerte erhoben.

Eine endgültige Antwort auf die Frage, ob es tatsächlich Arthrose ist, kann nur eine eingehende ärztliche Untersuchung geben. Bei der Arthrose-Diagnose werden die nachfolgend beschriebenen Verfahren durchgeführt – selbstverständlich nicht alle.

Abhängig von den Beschwerden ist in der Regel eine Kombination aus drei bis vier Untersuchungen erforderlich.

 

Schrittweise zur Arthrose-Diagnose

Befragung

Zunächst erfolgt eine ausführliche Befragung des Patienten. Schließlich sind für die Diagnosefindung einige Eckdaten wichtig. Dazu gehören Krankheitsvorgeschichte, Lebensweise und Ernährung sowie auch, ob ähnliche Fälle in der Familie aufgetreten sind und damit möglicherweise eine erblich (mit-)bedingte Arthrose vorliegt. Zudem erkundigt sich der Arzt nach etwaigen vorangegangenen Unfällen oder Verletzungen. Denn sie sind Risikofaktoren für die Entwicklung einer Arthrose.

Prüfen von Beweglichkeit und Gelenkfunktion

Nach der Befragung werden Gang und Haltung geprüft, um mögliche Fehlstellungen wie einen Beckenschiefstand, Muskelschwächen oder Schonhaltungen zu erkennen. Im Anschluss daran richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Funktionsfähigkeit der Gelenke. Im Rahmen dessen werden die Gelenke sorgfältig mit den Fingern abgetastet – die so genannte Palpation. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob und welche Gelenke druckempfindlich oder geschwollen sind sowie ob sich bereits Knochenauswüchse gebildet haben. Letzteres ist ein Anzeichen dafür, dass die Arthrose bereits in einem weiter fortgeschrittenen Stadium ist.

Nach der Palpation wird die Beweglichkeit überprüft. So lässt sich eingrenzen, ob und inwieweit die Arthrose bereits zu Beeinträchtigungen führt. Dabei werden nicht nur die Gelenke, sondern auch die Muskeln untersucht: Deren Dehnfähigkeit und Kraft können mittels spezieller Klassifikationen eingeordnet werden.

Die Untersuchung umfasst auch die inneren Organe, die Haut und die Nerven. Dabei prüft der Arzt die Reaktionsfähigkeit auf Reize und klärt ab, ob der Patient Missempfindungen oder Lähmungserscheinungen hat.

Röntgen

Hat sich der Verdacht auf eine Gelenkerkrankung erhärtet, geht es ans Röntgen – die Basisuntersuchung, wenn auch für sich allein nicht aussagekräftig genug. Denn auf dem Bild sind zwar Gelenkkopf und -pfanne zu erkennen, nicht aber der Knorpel. Da er keinen Kalk enthält, ist er im Röntgenbild nicht sichtbar. Somit kann nur indirekt auf seinen Zustand geschlossen werden: Liegt die Größe des Gelenkspalts im Normbereich, deutet noch nichts auf eine Arthrose hin. Ist der Abstand zwischen Gelenkkopf und Pfanne hingegen schmal – zu schmal – klingeln die Alarmglocken: Das typische Zeichen für den Verschleiß des Knorpels. Je kleiner der Gelenkspalt, desto ausgeprägter die Arthrose. Sind die Knorpelschäden allerdings noch gering, können sie im Röntgenbild meist nicht erkannt werden. Weshalb Röntgen allein nicht genug Information über die Beschwerden liefert.

Ultraschall

Da man sich bei der Arthrose-Diagnose nicht allein auf den Röntgenbefund verlassen kann, erfolgt meist auch eine Ultraschalluntersuchung. Anders als beim Röntgen lassen sich dabei nicht nur knöcherne Strukturen, sondern auch Weichteile optisch darstellen. So kommt man mittels Ultraschall Gelenkergüssen, Schwellungen und Verdickungen der Gelenkinnenhaut auf die Spur. Weiterer Vorteil gegenüber dem Röntgen ist, dass die Ultraschalluntersuchung keine Strahlenbelastung verursacht. Dabei ist sie jedoch ebenso schmerzfrei und schnell.

Computer- und Magnetresonanztomografie (CT und MRT)

Beide Verfahren gehören inzwischen zum festen Repertoire in der Diagnostik von Gelenkerkrankungen. Mit ihrer Hilfe kann das Gelenk und seine Umgebung räumlich dargestellt werden. Entsprechend ist die Situation des betreffenden Gelenks wesentlich exakter zu beurteilen als durch Röntgen oder Ultraschall.

Allerdings sind CT und MRT vergleichsweise teuer und werden deshalb zur Arthrose-Diagnose meist erst dann eingesetzt, wenn der Röntgen- und Ultraschallbefund keine ausreichend gesicherte Diagnose ermöglicht. Bei Beschwerden an Hüft- und Kniegelenk werden sie häufiger angewandt, da mit dieser Technik Schäden an Bändern und Sehnen optimal darzustellen sind.

Gelenkpunktion

Liegt ein Gelenkerguss vor, kann mit einer Punktion die angesammelte Gelenkflüssigkeit abgezogen werden. Die Untersuchung der Flüssigkeit liefert dann Hinweise auf mögliche Krankheitserreger – so lassen sich entzündlich-rheumatische Zustände ausschließen. Darüber hinaus hat die Punktion therapeutische Effekte: Sinkt der Druck im Inneren des Gelenks, wirkt das entlastend und schmerzlindernd.

Blutuntersuchungen

Mitunter wird zur Arthrose-Diagnose auch ein Blutbild erhoben. Denn anhand bestimmter Marker im Blut können degenerative gut von entzündlichen oder durch Stoffwechselstörungen hervorgerufene Gelenkerkrankungen abgegrenzt werden.

Szintigrafie

Bei diesem Verfahren aus der Nuklearmedizin wird ein schwach radioaktives Kontrastmittel in die Blutgefäße gespritzt und verteilt sich über die Blutbahn im Knochengewebe. Die radioaktiven Substanzen haben die Eigenschaft, sich vor allem in entzündetem oder krankhaft verändertem Gewebe zu sammeln. So kann eine Arthrose von einem entzündeten Gelenk abgegrenzt werden.

Die Szintigrafie ist – zumindest derzeit – kein routinemäßiges Verfahren. Sie wird nur in Einzelfällen durchgeführt, falls ein Verdacht auf entzündliche rheumatische Krankheiten oder bösartigen Tumorerkrankungen besteht.

Übrigens: wer bereits unter Arthrose leidet, dem können Enzympräparate wie z.B. Wobenenzym® wirksam helfen.

Foto: © Gabriel Blaj – Fotolia.com

 

 

 

 

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