{"id":561,"date":"2019-11-17T06:00:12","date_gmt":"2019-11-17T05:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/?p=561"},"modified":"2019-11-16T11:17:35","modified_gmt":"2019-11-16T10:17:35","slug":"was-eigentlich-ist-blutdruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/was-eigentlich-ist-blutdruck\/","title":{"rendered":"Was eigentlich ist Blutdruck?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lesen Sie hier, wie der Blutdruck entsteht, was er macht und was es mit den Werten denn auf sich hat.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2002 size-medium alignleft\" src=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/01\/Fotolia_110054749_XS_copyright-300x200.jpg\" alt=\"Blutdruck, was ist das eigentlich? \" width=\"424\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/01\/Fotolia_110054749_XS_copyright-300x200.jpg 300w, https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/01\/Fotolia_110054749_XS_copyright-150x100.jpg 150w, https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2017\/01\/Fotolia_110054749_XS_copyright.jpg 424w\" sizes=\"(max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><\/p>\n<p>Kurz gesagt ist der Blutdruck jene Kraft, die unser Blut auf die W\u00e4nde der Blutgef\u00e4\u00dfe aus\u00fcbt. Sie wirkt in den Arterien wie in den Venen. Allerdings bezeichnet die Medizin mit dem Begriff Blutdruck stets nur den Druck in den gr\u00f6\u00dferen Arterien. Erst durch den Druck auf die Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nde kann das Blut von den gro\u00dfen Arterien auch tats\u00e4chlich bis in die kleinsten Haargef\u00e4\u00dfe, die Kapillaren, gelangen. So wird unser K\u00f6rper bis in den letzten Winkel durchblutet.<\/p>\n<h2>Wie der Druck entsteht<\/h2>\n<p>Dass Druck auf die Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nde einwirken kann, liegt am Zusammenziehen und Erschlaffen des Herzmuskels. Mit seiner unerm\u00fcdlichen Arbeit als Druck-Saug-Pumpe erzeugt er den <a href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/blutdruckwerte-noch-weiter-runter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blutdruck<\/a>, der innerhalb des Herzens wie auch der gro\u00dfen Gef\u00e4\u00dfe unterschiedlich hoch ist.<\/p>\n<p>Das aus dem K\u00f6rper in den rechten Vorhof str\u00f6mende, sauerstoffarme Blut hat einen geringen Druck von einem bis maximal zwei mm\/Hg. Sobald das Blut von der rechten Herzkammer in die Lungen gepumpt wird, erh\u00f6ht sich sein Druck auf etwa 20 mm\/Hg. Das sauerstoffreiche Blut, das aus den Lungen in den linken Vorhof zur\u00fcckkehrt, hat wieder einen niedrigen Druck zwischen drei und vier mm\/Hg. Erst bei der Kontraktion, mit welcher der Lebenssaft aus der linken Herzkammer in den K\u00f6rper gepumpt wird, erh\u00f6ht sich der Blutdruck auf rund 120 mm\/Hg. Dieser l\u00e4sst sich in allen Arterien des K\u00f6rpers als so genannter systolischer Druck messen. Zwischen den einzelnen Herzschl\u00e4gen flie\u00dft das Blut durch die <a href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/eiskalte-finger-das-raynaud-phaenomen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kapillaren<\/a> und dabei sinkt der Wert auf etwa 80 mm\/Hg \u2013 der diastolische Druck.<\/p>\n<h3>Systolischer Druck<\/h3>\n<p>Der Druck, der entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und Blut in die Arterien presst. Der Begriff kommt vom griechischen &#8222;systole&#8220; \u2013 zusammenziehen. Der <a href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/demenz-risiko-steigt-mit-dem-blutdruck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">systolische Druck<\/a> ist an bestimmten K\u00f6rperstellen wie an den Innenseiten der Handgelenke als Puls zu erf\u00fchlen.<\/p>\n<h3>Diastolischer Druck<\/h3>\n<p>Der Druck, der noch beim Erschlaffen des Herzmuskels, wenn das Blut aus den <a href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/so-bleiben-ihre-venen-im-sommer-cool\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Venen<\/a> zur\u00fcck gesaugt wird, in den Arterien besteht. Der Begriff leitet sich ab vom griechischen &#8222;diastole&#8220; \u2013 ausdehnen. Der diastolische Druck dient dazu, den Blutfluss aufrecht zu halten, wenn zwischen den einzelnen Herzschl\u00e4gen kein Blut ausgesto\u00dfen wird.<\/p>\n<p>Bei der Blutdruckmessung werden der systolische und der diastolische Wert bestimmt. Angegeben ist stets zuerst der systolische und danach der diastolische Druck.<\/p>\n<h2>So reguliert sich der Blutdruck<\/h2>\n<p>Der systolische wie auch der diastolische Blutdruck m\u00fcssen sich st\u00e4ndig an die unterschiedlichen Erfordernisse des Alltags anpassen \u2013\u00a0ein lebenswichtiger Vorgang. Schlie\u00dflich ben\u00f6tigt unser K\u00f6rper je nach Situation mehr oder weniger Blut. Und das binnen Sekunden. Daf\u00fcr, dass das klappt, sorgen ein langsamerer oder schnellerer Herzschlag sowie die Eng- oder Weitstellung der Blutgef\u00e4\u00dfe. Schl\u00e4gt das Herz langsamer, wird weniger Blut pro Minute in den Kreislauf gepumpt \u2013 ausgedr\u00fcckt durch das Herz-Zeit-Volumen. Nimmt dieses ab, sinkt auch der Blutdruck. Umgekehrt f\u00fchrt ein steigendes Herz-Zeit-Volumen zum Anstieg des Blutdruckes.<\/p>\n<p>Die Eng- oder Weitstellung der Gef\u00e4\u00dfe ver\u00e4ndert den Widerstand, der dem Blutstrom entgegenwirkt. Je h\u00f6her dieser so genannte <a href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/so-schwimmen-sie-herzgesund\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Str\u00f6mungswiderstand<\/a> ist, desto langsamer flie\u00dft das Blut. Und desto h\u00f6her ist der Blutdruck auf die Gef\u00e4\u00dfe. Erweitert sich das Gef\u00e4\u00df wieder, sinkt der Str\u00f6mungswiderstand und damit auch der <a href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/warum-sie-blutspenden-sollten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blutdruck<\/a>. Das Verengen und Erweitern der Gef\u00e4\u00dfe \u2013 damit die H\u00f6he des Gef\u00e4\u00dfdurchmessers \u2013 spielt mithin ebenso eine entscheidende Rolle bei der Regulation des Blutdruckes. Er ist dar\u00fcber hinaus auch vom Blutvolumen abh\u00e4ngig: Ein niedriges Blutvolumen, beispielsweise nach einem hohen Blutverlust, f\u00fchrt zu einer Absenkung des Blutdruckes.<\/p>\n<p>Anpassungen des Blutdruckes sind sehr h\u00e4ufig erforderlich \u2013 was uns meist gar nicht bewusst ist: Im Stehen ist beispielsweise ein h\u00f6herer Blutdruck n\u00f6tig, als im Liegen. Denn nur so ist der H\u00f6henunterschied zwischen Herz und Kopf zu \u00fcberwinden. Auch im Schlaf sinkt der Blutdruck ab; w\u00e4hrend er bei k\u00f6rperlicher Belastung ganz rasch wieder ansteigen muss, um die Muskeln mit ausreichend Sauerstoff und N\u00e4hrstoffen zu versorgen. Ebenso erfordert psychische Belastung einen Blutdruckanstieg.<\/p>\n<h3>K\u00f6rpereigene Messung<\/h3>\n<p>Unser K\u00f6rper misst den <a href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/magnesium-das-herz-mineral\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blutdruck<\/a> in den Gef\u00e4\u00dfen rund um die Uhr selbst \u2013 die Voraussetzung daf\u00fcr, dass die Steuerung des Blutdruckes \u00fcberhaupt und vor allem so schnell funktionieren kann. Zust\u00e4ndig f\u00fcr die permanente Messung sind druckempfindliche Sinneszellen, die so genannten Presso-Rezeptoren. Sie sitzen in den W\u00e4nden von <a href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/unser-herz-ein-meisterwerk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aorta<\/a>, Halsschlagadern und anderen gro\u00dfen Arterien in Brustkorb und Hals: Sobald eine Gef\u00e4\u00dfwand durch einen h\u00f6heren Blutdruck gedehnt wird, erstatten die Presso-Rezeptoren dem Gehirn sofortige Meldung. \u00dcber das sympathische Nervensystem kann dann binnen Sekunden der Blutdruck ad\u00e4quat angepasst werden.<\/p>\n<h3>mmHg<\/h3>\n<p>Dieses K\u00fcrzel kennen Sie sicher. Es erkl\u00e4rt sich so: Die gemessene H\u00f6he des Blutdrucks wird in Millimeter (mm) Quecksilbers\u00e4ule (Hg) angegeben. Damit wird die H\u00f6he ausgedr\u00fcckt, die der Blutdruck Quecksilber angeheben w\u00fcrde. Ein Druck von 120 mmHg hei\u00dft also, dass der Druck des Blutes das Quecksilber in einem Rohr um 120 Millimeter anheben w\u00fcrde.<\/p>\n<h3>Das Verm\u00e4chtnis von Dr. Riva-Rocci<\/h3>\n<p>Dem italienischen Kinderarzt Dr. Scipione Riva-Rocci (1863 \u2013 1937) haben wir \u00fcbrigens jene Art der <a href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/so-pruefen-sie-ihre-atue-richtig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blutdruckmessung<\/a> zu verdanken, die bis heute \u00fcblich ist. Er entwickelte die erste unblutige Methode, um den Blutdruck zu ermitteln. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein war die Messung nur direkt m\u00f6glich \u2013 durch Sonden, die in die gro\u00dfen K\u00f6rperarterien eingef\u00fchrt wurden. Ein Verfahren, das verst\u00e4ndlicherweise bei den Patienten nicht eben beliebt war und zudem mit hohen Risiken durch Infektionen oder unkontrollierbaren Blutungen einherging.<\/p>\n<p>Erst mit dem von Dr. Riva-Rocci entwickelten Ger\u00e4t gelang es, den Blutdruck au\u00dferhalb des K\u00f6rpers \u2013 eben unblutig \u2013 zu bestimmen. Sein Sphygmograph, wie er ihn nannte, bestand aus einer Manschette, die um den Oberarm gelegt wurde und einem Quecksilbermanometer, das den Druck in der Armarterie ma\u00df. Der Prototyp des heutigen Blutdruckmessger\u00e4tes, wie wir es kennen. Das Einzige, was sich ver\u00e4nderte, ist die Zuhilfenahme eines Stethoskopes. Darauf kam der russische Milit\u00e4rarzt Nikolai Sergej Korotkow im Jahr 1905 und verbesserte damit Riva-Roccis Methode. Nichtsdestotrotz wird nicht ihm, sondern dem italienischen Pionier der Blutdruckmessung zu Ehren bis heute mit RR gedacht \u2013 mit diesem K\u00fcrzel ist in der Medizin stets der <a href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/kaffee-ist-gesund\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Blutdruck <\/a>gemeint.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: right;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/cb899556de36448bbaf4499fb03001e3\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Foto: \u00a9 Gina Sanders \/ <a href=\"http:\/\/www.fotolia.com\">Fotolia.com<\/a><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen Sie hier, wie der Blutdruck entsteht, was er macht und was es mit den Werten denn auf sich hat. \u2026  <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/journalmedizin.de\/herz-kreislauf\/was-eigentlich-ist-blutdruck\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr; <\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":2002,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,15],"tags":[1285,559,96,162,728,217,168,167,97,566,827,1759,644,2180,780,89,1347,1180,2781,1133,1482,834,530,2227,420,11],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v19.14 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Was eigentlich ist Blutdruck? 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