Rimacalib – Hoffnung für das Herzgewebe

Regensburger Wissenschaftler haben einen neuen Wirkstoff entdeckt, der potenziell zur Behandlung von Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen geeignet ist. Sein Name: Rimacalib.

Ein Herz aus Holz mit fehlendem Puzzlestück: Der neue Wirkstoff Rimacalib könnte eine Lücke in der Behandlung von Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen schließen

Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen. Trotz aller Fortschritte in der modernen Medizin sind die Anzahl an Neuerkrankungen und der Todesfälle bei diesen Krankheiten nach wie vor hoch. Wissenschaftler weltweit sind daher bestrebt, neue Methoden zur Behandlung zu entwickeln.

Eigentlich gegen Arthritis

Eine Forschergruppe des Universitätsklinikums Regensburg kam kürzlich einem neuartigen Therapieansatz zur Behandlung von Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen auf die Spur. Sie untersuchten den Wirkstoff Rimacalib, im Laborjargon SMP-114. Diese Substanz wurde ursprünglich zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis entwickelt. In klinischen Studien hatte sie sich hierfür jedoch als nicht hinreichend wirksam erwiesen. Dafür zeigte sie jetzt vielversprechende Effekte an Herzgewebe. Denn: Rimacalib setzt an einem zentralen Mechanismus bei der Entstehung von Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen an. Dieser kann von den aktuell verfügbaren medikamentösen Therapien noch nicht ausreichend behandelt werden. Bei dem besagten Mechanismus handelt es sich um die Freisetzung von Kalzium.

Rimacalib reguliert die Kalziumversorgung

Bei der Entstehung von Herzschwäche und Rhythmusstörungen des Herzens spielen Störungen des Kalziumhaushaltes eine wichtige Rolle. Denn die Freisetzung des Mineralstoffes im Herzgewebe führt zum Zusammenziehen des Herzmuskels. Steht zu wenig an Kalzium zur Verfügung, hat das eine verminderte Kontraktionskraft des Herzmuskels zur Folge. Das ebnet den Weg zu Herzschwäche und Störungen im Herzrhythmus. Was zum Mangel an Kalzium führt, ist ein Leck innerhalb der Zellen: am zellinternen Kalziumspeicher, dem sogenannten sarkoplasmatischen Retikulum, gibt es gewissermaßen ein Loch. Bislang fehlte jedoch das Material, um es wieder zu stopfen. Jetzt wurde es gefunden*. Rimacalib konnte die Lücke bei den Behandlungsmethoden schließen – im wahrsten Sinn des Wortes. Denn der Wirkstoff verringert das Leck ganz erheblich. Auf diese Weise können Herzrhythmusstörungen und einer Herzschwäche wirksam begegnet werden.

Potenzial zum neuen Therapieansatz

Mit Rimacalib steht eine Substanz zur Verfügung, die einen verbesserten Behandlungsansatz für den Einsatz am Herzen bieten könnte. Denn es hat sich gezeigt, das sie das Potenzial zur Behandlung von Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen hat.

*Neef, S. et al. Basic Res Cardiol (2017) 112: 45. doi:10.1007/s00395-017-0637-y

Foto: © 5second / www.fotolia.com
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