Riskantes Bauchfett: besser Birne

Studie bestätigen: Bauchfett ist besonders gesundheitsschädlich. Mehr Fett an Hüften und Po birgt dagegen weniger Gefahr für Herz und Stoffwechsel.

Bauchfett bedroht die Herzgesundheit.

Was die Fett-Depots angeht, unterscheidet die Wissenschaft zwei Arten von Menschen: den Apfel- und den Birnen-Typ. Äpfel sind all jene, bei denen sich die Polster am Bauch anlagern, beispielsweise den klassischen Bierbauch vor sich her tragen. Beim Birnen-Typ sammeln sich die überflüssigen Pfunde hingegen vor allem an Hüften und Po. Apfel-Typen gelten schon lange als gesundheitlich gefährdeter. Denn Bauchfett gilt als schädlicher als Hüftgold. Jedoch hatten bisherige Studien das Problem, dass sie den Lebensstil der Studienteilnehmer nicht ausblenden konnten. Eine neue Gen-Studie(1) bestätigt jetzt jedoch diesen Befund – ohne Beeinflussung durch den Lebensstil.

Gene spielen eine Rolle

Die Mediziner der Harvard Medical School in Boston untersuchten Daten von fast 400.000 Menschen. Dabei prüften sie nicht nur, wer ein ungünstiges Verhältnis von Hüft- und Taillenumfang – ein Indiz für den Apfel-Typ – hatte, sondern berücksichtigten zusätzlich genetische Faktoren: 48 Schnipsel im Erbgut, die dafür sorgen, dass der Körper vermehrt Fett im Bauchraum anlagert. Wer diese Schnipsel in seinen Genen trägt, hat im Schnitt 1,5 Prozent mehr Bauchfett.

Die Gesundheit dieser Menschen verglichen die Forscher dann mit den anderen. So konnten die Mediziner jetzt bestätigen, was bislang nur aus großen Beobachtungsstudien bekannt war: Bauchfett schadet der Gesundheit mehr als Speck an Po und Hüften. Denn es erhöht das Risiko für Diabetes und vor allem für Herzerkrankungen. Als wahrscheinlicher Grund dafür wurde ein höherer Blutfett-Spiegel bei den genetisch Dickbauchigen identifiziert. Dadurch steigt das Risiko für verkalkte Blutgefäße.

Bauchfett zur Prognose

Angesichts der engen Zusammenhänge mit Herzkrankheiten und Diabetes hat Bauchfett eine große Bedeutung zur gesundheitlichen Prognose. Bislang wurde dazu meist nur der sogenannte Body-Mass-Index herangezogen. Dieser erfasst das Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht. Zukünftig wird auch das Verhältnis von Taillenumfang und Hüftumfang eine wichtige Rolle spielen. Denn es verrät, wie viel krankmachendes Fett im Bauch die Gesundheit bedroht.

(1) Connor A. et al. Genetic Association of Waist-to-Hip Ratio With Cardiometabolic Traits, Type 2 Diabetes, and Coronary Heart Disease JAMA. 2017;317(6): 626-634. doi:10.1001/jama.2016.21042

Foto: © MP2 / fotolia.com

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