Vom Herzen diktiert: EKG

Die Elektrokardiografie – kurz EKG – ermöglicht vielfältige Rückschlüsse auf die Funktion des Herzens. Sie ist deshalb längst ein fester Bestandteil in der Diagnose.

Atemnot EKG Elektrokardiografie Herzerkrankungen Herzkranzgefäße Herzmuskel Herzschlag Herzschwäche koronare Herzkrankheit Schwindel UntersuchungsmethodeEine Elektrokardiografie misst die elektrische Aktivität des Herzmuskels und stellt diese grafisch dar: Sie wird über Elektroden abgeleitet und in Form von Kurven aufgezeichnet. Sichtbar ist dabei zwar nur der zeitliche Ablauf der elektrischen Erregung des Herzens. Richtig interpretiert, lassen sich daraus allerdings Informationen über die Herzgesundheit gewinnen. So liefert die Untersuchung wichtige Indizien für verschiedenste Herzerkrankungen – auf drei verschiedenen Wegen. Am häufigsten wird eine Elektrokardiografie in Ruhe durchgeführt. Das Langzeit- und Belastungs-EKG erfolgt seltener bei bestimmten Fragestellungen.

Aufschlussreiche Kurven

Jedes Mal, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht, gibt es eine elektrischen Erregung – nach einem bestimmten Muster, das sich bei jedem Herzschlag wiederholt. Dadurch entsteht ein schwacher elektrischer Strom. Er wird über zehn Elektroden an der Haut, auf der Brust sowie auf den Armen und Beinen, abgeleitet. Ein Gerät zeichnet die Signale auf, verstärkt sie und gibt sie dann grafisch wieder: in charakteristischen gezackten Kurven gegen eine Zeitachse. Dabei steht jeder Ausschlag für eine bestimmte Phase des Herzschlags. Jetzt geht es an die Auswertung der Elektrokardiografie. Wichtig sind dabei die Höhen und Tiefen der Spannungsausschläge, ihre Steilheit und Dauer sowie ihre zeitlichen Abstände zueinander.

Wann wird ein EKG gemacht?

Bei einem medizinischen Notfall immer. Ansonsten gehört es zu den häufigsten Untersuchungsmethoden. Denn bei sehr vielen Beschwerden muss abgeklärt werden, ob nicht die Funktion des Herzens beeinträchtigt ist. Bei einem EKG zeigt sich, wie es um dessen Rhythmus, Frequenz sowie um die Erregungsbildung bestellt ist. Das lässt etwa Rückschlüsse zu auf: koronare Herzerkrankungen, vorangegangene Herzinfarkte, Herzrhythmusstörungen, Entzündungen des Herzmuskels oder -beutels, Verdickungen der Herzwand oder übermäßige Belastungen des rechten oder linken Herzens.

Was ist ein Langzeit-EKG?

Dabei bekommt der Patient ein kleines tragbares EKG-Gerät, das seine Herzstromkurve über 24 Stunden, manchmal auch über 48 Stunden, misst. Ein Langzeit-EKG dient vor allem dazu, Herzrhythmusstörungen aufzudecken. Diese treten nur vorübergehend auf und werden deshalb von einer normalen Elektrokardiografie möglicherweise nicht erfasst.

Was passiert bei einem Belastungs-EKG?

Im Unterschied zur Elektrokardiografie in Ruhe strengt sich der Untersuchte während der Messung körperlich an – auf einem stationären Fahrrad oder einem Laufband, jeweils Ergometer genannt. Die Belastung wird dabei individuell angepasst und stufenweise nach einem festgelegten Schema erhöht. Sinn eines Belastungs-EKGs ist, Herzleiden zu erkennen, die sich erst bei körperlicher Anstrengung bemerkbar machen. So etwa Durchblutungsstörungen an den Herzkranzgefäßen oder eine Herzschwäche. Zudem ist die momentane körperliche Leistungsfähigkeit zu ermitteln, bei Gesunden wie Kranken.

Gibt es Risiken?

Ein Ruhe- und Langzeit-EKG sind vollständig schmerzfrei und haben keine Nebenwirkungen. Bei einem Belastungs-EKG kann es allerdings gerade bei Patienten, die eine Herzerkrankung haben, zu Problemen kommen. Dazu gehören unter anderem Atemnot, Schwindel oder starke Blutdruckschwankungen. Da der Patient jedoch während des gesamten Belastungs-EKG von medizinischem Fachpersonal betreut wird, besteht keine Gefahr: Die Komplikationen werden rechtzeitig erkannt und die Untersuchung sofort abgebrochen.

Foto: © savanno / Fotolia
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