Wir brauchen eine Bewegungs-Lobby

Für nahezu alles gibt es heute eine Lobby. Eine Bewegungs-Lobby aber fehlt. Das muss sich dringend ändern, fordern nun Herz-Kreislauf-Spezialisten.

Eine sportliche Frau springt: Körperliche Aktivität hält gesund. Herz-Kreislauf-Experten fordern eine Bewegungs-Lobby. Runter vom Sofa, rein in die Sportklamotten. Ja klar, das haben wir uns wohl alle schon mal vorgenommen. Ganz besonders dann, wenn der Arzt bereits das Trimm-Dich verordnet hat. Etwa, weil Herz-Kreislauf-Erkrankungen drohen. Doch was ist, wenn der innere Schweinehund bellt? Oder der übergebuchte Terminkalender mal wieder (scheinbar) kein Workout zulässt? Dann bleibt es viel zu häufig beim guten Vorsatz. Das muss sich ändern, fordern renommierte Herz-Kreislauf-Experten, und deswegen muss ihrer Meinung nach eine Bewegungs-Lobby her.

Sport wirkt wie ein Medikament

Herzschwäche ist weit verbreitet – manche Experten sprechen bereits von der Epidemie des 21. Jahrhunderts. Unerlässlich sind deshalb gute Maßnahmen zur Behandlung wie zur Vorbeugung. Körperliche Aktivität ist dabei ein wichtiger Eckpfeiler, selbst wenn man bereits ein schwaches Herz hat: Leistungsfähigkeit und Lebensqualität nehmen mit Sport ganz erheblich zu. Das Training beeinflusst die bekannten Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes sehr positiv. Und Sport funktioniert in jedem Alter: Selbst bei 88-Jährigen, wie Studien zeigten. Also bleiben Sie unbedingt am Ball …

Bewegungs-Lobby für mehr Bewusstsein und Motivation

Doch genau das mit dem “am Ball bleiben” ist so eine Sache. Das Problem ist – wie nicht nur Herz-Kreislauf-Mediziner, sondern wir alle wissen – selten der Start, sondern das Dranbleiben. Spezielle Programme könnten die Motivation gezielt fördern. Doch körperliches Training hat keine Lobby. Das wollen Kardiologen baldigst ändern. Sie sind sich sicher: Eine Bewegungs-Lobby soll und kann das Bewusstsein für einen aktiven Lebensstil fördern und die Motivation zu Sport erhöhen.

Ein Motor zur Motivation können etwa die so genannten Herzinsuffizienz-Pflegekräfte sein. Sie wurden in der Betreuung von Herzschwächepatienten geschult. Wenn diese Pflegerinnen und Pfleger immer wieder betonen, wie wichtig Sport ist, hat das einen wahnsinnigen Effekt. Dies zeigen die ersten praktischen Erfahrungen: Für die Patienten wird es intuitiv zunehmend logischer, etwas für sich zu tun, anstatt einfach nur eine Tablette zu schlucken. Ein weiteres gutes Mittel, um das Dranbleiben zu verbessern, sind Schrittzähler und so genannte Smart Devices wie Armbanduhren, die jede Bewegung aufzeichnen. Sie können einen sehr dazu motivieren, die Mindestzahl der erforderlichen Schritte zu gehen – 7.000 bis 10.000 pro Tag.
Quelle: Pressekonferenz des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) und des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim (DGK) am 20.4.2017

Foto: © Andriy Bezuglov – Fotolia

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