Wandern ist super für Herzpatienten

Wandern bietet die perfekte Möglichkeit, mit Herzerkrankungen körperlich aktiv zu sein: bei geringer Belastung tolle Effekte auf Herz und Kreislauf. 

Wandern? Super Idee!

Endlich ist der Frühling da! Die Sonne scheint und treibt die Quecksilbersäule in die Höhe. Also, nichts wie raus und die angenehmen Temperaturen in der freien Natur begrüßen. Auf Schusters Rappen tut das besonders gut – allen voran, wenn das Herz nicht mehr so fit ist, empfehlen es Kardiologen. Denn: „Beim Wandern werden zwar nur relativ geringe Belastungsintensitäten erreicht. Dennoch kommt es zu günstigen Effekten auf Herz und Kreislauf, wie auch Forschungsergebnisse nahe legen*“, so Prof. Dr. Thomas Voigtländer vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung.

Nur im Flachland wandern?

Patienten, deren koronare Herzkrankheit (KHK) ausreichend behandelt ist und sich als stabil erwiesen hat, können im Flachland normalerweise ohne besondere Risiken zum Wandern gehen. „Die Intensität in der Ebene ist meistens so gering, dass keine Überlastungsgefahr für das Herz besteht“, bestätigt Prof. Voigtländer. Anders sieht es beim Wandern in den Bergen aus, wo die Belastungsgrenze in der dünneren Luft schnell überschritten ist. Insbesondere dann, wenn steilere Berge auf dem Programm stehen und das Herz wegen des niedrigeren Gehalts an Sauerstoff eine höhere Pumpleistung erbringen muss. Damit man sein Herz nicht überlastet, sollte man laut Prof. Voigtländer stets folgende einfache Faustregel berücksichtigen: Solange man sich ohne Atemnot unterhalten kann, besteht kaum Gefahr, dass man sein Herz überlastet.

Bis 1.500 Meter meist keine Gefahr

Ab welcher Höhe es für Herzpatienten in den Bergen gefährlich wird, hängt von der jeweiligen Herzerkrankung und dem aktuellen Trainingszustand ab. So stellen Wanderungen bis in 1.500 Meter Höhe für Patienten mit koronarer Herzkrankheit meist keine Gefahr dar, sofern es sich um eine stabile KHK handelt. Wer allerdings höher hinaus, sprich ins Hochgebirge möchte, muss vorher unbedingt mit seinem Arzt sprechen. Für eine genauere Einschätzung kann z. B. ein Belastungs-EKG gemacht werden, das oft wertvolle Informationen bezüglich des Herzmuskels liefert.

Tipp: Herzpatienten, die zum Wandern in die Berge gehen, ist vor Ort eine Eingewöhnungszeit von ein bis zwei Tagen zu empfehlen. In diesem Zeitraum kann man sich mit kurzen und einfachen Wanderungen an das Klima und die Höhe gewöhnen, während längere Etappen erst in den darauffolgenden Tagen auf dem Programm stehen sollten.

Noch mehr Infos unter: https://www.herzstiftung.de/Wandern-Herz.html

* Tikkanen E. et al. Associations of Fitness, Physical Activity, Strength, and Genetic Risk With Cardiovascular Disease: Longitudinal Analyses in the UK Biobank Study, 2018;CIRCULATIONAHA.117.032432
Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com

 

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