Jojo-Effekt mit gefährlichen Folgen

Der gefürchtete Jojo-Effekt ist weit mehr als nur ein optisches Problem. Bei einer koronaren Herzkrankheit kann er fatale Auswirkungen haben.

Ein Jojo: Eine neue Studie zeigt, dass der Jojo-Effekt bei einer koronaren Herzkrankheit fatale Auswirkungen haben kann.

Im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist der Abbau von Übergewicht eine elementare Maßnahme. Wer es dann schafft abzuspecken, sieht sich jedoch nur allzu häufig mit dem Jojo-Effekt konfrontiert: Alles, was so tapfer abgenommen wurde, ist schwupps wieder auf den Rippen. Das ist nicht nur enorm frustrierend, sondern zu allem Überfluss auch noch riskant für die Herzgesundheit.

Mit jedem Kilo steigt die Gefahr

Dies zeigt eine aktuelle Studie*. Besonders folgenreich ist das Auf und Ab auf der Waage bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) – zu diesem Fazit kam die Untersuchung. Darin wurde bei 9.509 KHK-Patienten, die alle in ärztlicher Behandlung standen, über fünf Jahre hinweg alle drei bis sechs Monate das Körpergewicht erfasst. Anhand dessen errechneten die Forscher dann bei jedem der Patienten die durchschnittliche Schwankung des Körpergewichts. Je größer diese ausfielen, desto gefährdeter erwies sich der Patient: Das Risiko erhöhte sich mit jedem Kilogramm mehr.

Jojo-Effekt kann lebensbedrohlich sein

Konkret erhöhte sich das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle um jeweils vier Prozent pro Anstieg der Variabilität, also der Schwankungen des Gewichts, um 1,62 kg. Das traf auch für Diabetes zu. Auch die Sterblichkeit erhöhte sich mit zunehmend ausgeprägtem Jojo-Effekt pro 1,62 kg um drei Prozent. Dies hat gravierende Folgen. Denn bei den KHK-Patienten mit den stärksten Gewichtsschwankungen steigen die Risiken überproportional an – sie addieren sich gewissermaßen sukzessive auf. Mit dem Ergebnis, dass sich die Gefahr für Infarkte von Herz oder Gehirn um 85 Prozent erhöht, und die für Diabetes um 78 Prozent. Noch krasser wirkt sich ein ausgeprägter Jojo-Effekt beim Risiko zu versterben aus: Dieses lässt er um 124 (!) Prozent nach oben klettern.

Fazit: Häufiges Zu- und Abnehmen verschlechtert die Prognose für Menschen mit koronaren Herzerkrankungen also ganz dramatisch.

*Bangalore S et al.: Body-weight fluctuations and outcomes. NEJM 2017; 376(14): 1332-40

Foto: © dispicture / fotolia.com
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