Salmonellen – Gefahr auf dem Teller

Die Temperaturen steigen – und damit das Risiko einer Infektion mit Salmonellen: Denn auch die Bakterien mögen das schöne Wetter.

Eisbecher unter der Lupe: Gerade bei Hitze lieben wir ein Eis – doch Salmonellen auch. Das Ei im Speiseeis kann die Bakterien enthalten. Auch Fleisch oder Geflügel kann die Infektion auslösen: Bauchschmerzen, Darmentzündung, Durchfall, Erbrechen, Fieber und Kopfschmerzen sind die Symptome einer Salmonellose.

In den warmen Monaten des Jahres haben es Salmonellen besonders leicht. Denn die stäbchenförmigen Bakterien vermehren sich umso schneller, je wärmer es ist: Ideal für sie wird es bei Temperaturen zwischen 20 und 47 °C. Schön für sie … Das Dumme und gar nicht schön für uns ist, dass die Erreger über Lebensmittel übertragen werden. Damit können besonders Eier ganz flott zur Bakterienschleuder werden.

Nicht lebensbedrohlich, aber meldepflichtig

Haben einen die Salmonellen erwischt, kommt es einer akuten Darmentzündung. Und zwar leider oft ganz plötzlich: Von jetzt auf gleich stellt sich Durchfall ein, meist begleitet von starken Bauchschmerzen. Weitere häufige Symptome der Salmonellose, wie die Infektion medizinisch heißt, sind Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein und Erbrechen. Der Nachweis der Übeltäter erfolgt im Stuhl.

Eine Salmonellen-Infektion ist zwar äußerst unangenehm, heilt bei ansonsten gesunden Menschen jedoch in der Regel nach ein bis zwei Tagen spontan wieder aus. Die Einnahme von Antibiotika ist deshalb nicht erforderlich. Die Behandlung beschränkt sich darauf, den Verlust an Flüssigkeit und Elektrolyten auszugleichen. Anders sieht es bei Säuglingen, Kleinkindern, Alten und immungeschwächten Menschen, etwa HIV-Patienten, aus. Bei diesen Risikogruppen kann eine Salmonellen-Infektion heftiger verlaufen. Besonders der starke Flüssigkeitsverlust durch den Durchfall stellt eine Gefährdung dar. Entsprechend gehören Salmonellosen in Deutschland zu den meldepflichtigen Erkrankungen: Jede Infektion wird vom Arzt an das örtliche Gesundheitsamt gemeldet.

So schützen Sie sich vor Salmonellen

Die kleinen Biester sind zäh: Sie sind außerhalb des Körpers wochenlang lebensfähig und überstehen es auch, eingefroren zu werden. Um ihnen wirksam beizukommen, müssen Sie bei der Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln einiges beachten. Das empfehlen Experten vom Robert Koch Institut und Bundesinstitut für Risikobewertung:

  • Bewahren Sie rohes Fleisch stets getrennt von anderen Lebensmitteln auf; das gilt besonders für rohes Geflügel.
  • Reinigen Sie Messer, Schneidbretter und alles andere, was mit rohem Geflügel in Kontakt kam, immer gründlich. Das gilt natürlich auch für Ihre Hände, bevor sie weitere Lebensmittel berühren. Allen voran bei solchen, die nicht erhitzt werden wie beispielsweise Salat.
  • Bei einer Temperatur von 70 °C über zwei Minuten sterben selbst Salmonellen ab. Um sicher zu gehen, erhitzen Sie die Speisen mindestens zehn Minuten lang über 70 °C. Auch in der Mikrowelle sollten die Gerichte mindestens 70 °C erreichen.
  • Essen Sie Geflügel grundsätzlich nur komplett durchgegart. Denn in dieser Fleischsorte treiben sich diese Bakterien mit am liebsten herum.
  • Mit Eiern ist das auch so eine Sache: Sie sind weitere sehr häufige Überträger. Empfindliche Personen wie Kleinkinder, Kranke und Senioren sollten deshalb nur durcherhitzte Eier essen. Das erkennen Sie daran, dass Eiweiß und Eigelb vollständig gestockt sind.
  • Verwenden Sie kein Rohei bei Speisen, die ohne weitere Erhitzung verzehrt werden; beispielsweise Majonäse, Eis, Desserts, Backwaren mit nicht durch erhitzten Füllungen oder Belag.
  • Alles, was Eier und Fleisch enthält, sollten Sie niemals zu lange ungekühlt stehen lassen. Was nicht gleich aufgegessen wurde, muss unbedingt zurück in den Kühlschrank. Sollten Sie mal etwas vergessen haben, werfen Sie das betreffende Gericht besser weg – so schade das auch ist.

Und was ist mit dem Fisch?

Entgegen landläufiger Meinung, kann für Fisch Entwarnung gegeben werden, wenn es um Salmonellen geht. Er dient den Bakterien nämlich nicht als Wirt. Dennoch kann es bei mangelnder Hygiene zu Fremdinfizierungen kommen, wenn Fisch beispielsweise mit dem gleichen Messer geschnitten wird wie Fleisch oder Geflügel.

Foto: © bluedesign / Fotolia
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