Peristaltik: der Regenwurm in uns

Sie ist der Antrieb unserer Verdauung: die Peristaltik. Durch regenwurmartige Bewegungen gelangt unsere Nahrung durch den Körper und wieder raus.

Lustiger roter Regenwurm: Die Peristaltik, Bewegungen im ganzen Verdauungstrakt – Speiseröhre, Magen und Darm – ähneln denen eines Regenwurms. Gesteuert wird sie durch das vegetative Nervensystem.

Wie kommt unsere Nahrung eigentlich durch den so langen Verdauungstrakt? Mit Hilfe der Peristaltik: reges Zusammenziehen und Lockern von Muskeln. Übrigens gibt es die nicht nur in Speiseröhre, Magen und Darm.

Wie ein Regenwurm

Mit Peristaltik bezeichnet die Medizin die Aktivität der glatten Muskeln von Hohlorganen. Außer im Verdauungstrakt findet diese auch im Harn- und Eileiter sowie in der Gebärmutter statt. Einerlei wo, das Muster der Bewegungen ist stets gleich: wellenförmiges Zusammenziehen und Entspannen von Längs- und Ringmuskeln. Insgesamt ähnelt das Ganze verblüffend genau der Bewegung eines Regenwurms. Aufgabe der Peristaltik ist es, den Inhalt des jeweiligen Hohlorgans vorwärts zu bringen. Im Fall der Verdauung soll der Nahrungsbrei via Speiseröhre in den Magen, weiter in den Dünndarm und Dickdarm und schließlich zum After. Darüber hinaus dient die Regenwurmbewegung der Durchmischung des Speisebreis.

Peristaltik vegetativ gesteuert

Wie fast immer überlässt unser Körper nichts dem Zufall – auch den Transport der wichtigen Nahrung nicht. Vielmehr werden die Bewegungen der Peristaltik fein gesteuert. Und das auch noch völlig selbstständig. Soll heißen, weitläufige Nervennetze in der Wand des Verdauungstrakts koordinieren autonom, wann und wie flott es vorwärts geht. Über alledem wacht als Chef das vegetative Nervensystem. Dieses lässt sich vom Gehirn nicht reinreden – so können wir auch nicht willentlich beschließen, dass wir jetzt mal verdauen. Neben den Botenstoffen der Nerven darf auch eines der wichtigsten Hormone bei der Verdauung, das Gastrin, bei den peristaltischen Aktivitäten mitmischen.

Stress stört

Müssen wir uns gut konzentrieren oder körperlich aktiv sein, schalten die Darmbewegungen ein paar Gänge zurück. Auch Adrenalinschübe drosseln sie. Klar, auf der Flucht wäre ein Gang zur Toilette auch höchst unpassend. Da der Säbelzahntiger ausgestorben ist, sorgen heutzutage überwiegend Stress und Hektik für eine langsame Peristaltik – und damit oftmals für Verdauungsbeschwerden. Der Regenwurm in uns fühlt sich allerdings pudelwohl, wenn er genug Ruhe und Entspannung hat. Dann schiebt er zufrieden unsere Nahrung weiter.

Foto: © nektoetkin / Fotolia
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