Stillen kann CED vorbeugen

Stillen ist das Beste für das Baby – altbekannt und oft bestätigt. Muttermilch schützt auch vor Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

Stillen schützt auch vor CED.

Immer frisch angerührt und hoch gesund: Muttermilch ist die optimale Nahrung für den Säugling. Entsprechend empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Neugeborene die ersten sechs Monate ausschließlich zu stillen. Danach sollte dann bis zum Alter von zwei Jahren Stillen mit Beikost kombiniert werden.

Frühkindliche Ernährung bedeutsam

Was wir in der ersten Zeit unseres Lebens zu uns nehmen, ist sehr auschlaggebend für die spätere gesundheitliche Verfassung. Wer gestillt wird, ist dabei klar im Vorteil: das Immunsystem ist schlagkräftiger und entsprechend die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten geringer. Auch das Risiko, an Allergien zu erkranken, sinkt dadurch. Weiterhin profitiert die Darmflora vom Cocktail aus der Mutterbrust. Stillen beeinflusst ihre Zusammensetzung positiv. Das wirkt sich ganz offensichtlich auch auf die Entwicklungen von Erkrankungen im Darmtrakt aus – allen voran chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen, kurz CED genannt.

Stillen stärkt die Darmgesundheit

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen fanden bereits einen direkten Zusammenhang zwischen Muttermilch und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: wer in der frühen Kindheit damit gefüttert wurde, scheint weniger anfällig für CED zu sein. Ein internationales Forscherteam in Boston, USA, befasste sich nun erneut und im großen Stil mit dem Effekt des Stillens auf die Darmgesundheit*. Die Wissenschaftler werteten dazu 35 Studien aus, in denen verzeichnet war, ob Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa als Säugling gestillt wurden. Diese Meta-Analyse umfasste  insgesamt 7.536 Patienten mit Morbus Crohn, 7.353 Patienten mit Colitis ulcerosa und über 330.000 gesunde Teilnehmer.

Die Auswertung dieser Daten ergab, dass Menschen, die als Säugling gestillt wurden, ein geringeres Risiko hatten, an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu erkranken, als diejenigen, die nicht gestillt wurden. Dabei zeigte sich auch: Je länger jemand als Säugling gestillt wurde, desto größer war die vorbeugende Wirkung. So war der Schutz vor den entzündlichen Darmerkrankungen am größten, wenn die Stillzeit mindestens ein Jahr betrug; im Vergleich zu 3 oder 6 Monaten.

Fazit: Wer sein Kind stillt, verringert damit das Risiko, dass es später an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt.

* Claggett B. et al. Systematic review with meta-analysis: breastfeeding and the risk of Crohn’s disease and ulcerative colitis. Aliment Pharmacol Ther. 2017 Sep 11. doi: 10.1111/apt.14291.
Foto: © Uwe Messner – Fotolia.com

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