Was hinter Reizdarm stecken kann

Dass ein Reizdarm vorwiegend psychische Ursachen hat, ist inzwischen widerlegt. Was den Darm so reizt, ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Frau hält sich den Bauch: Ein Reizdarm ist sehr schmerzhaft.

Beim Reizdarm handelt es sich um eine sehr komplexe Angelegenheit. Das betrifft auch seine Ursachen. Hier gibt es nämlich keineswegs nur eine oder zwei. Was zum Reizdarmsyndrom führt, ist vielmehr ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Sie alle gemeinsam erhöhen das Risiko, von dieser Darmerkrankung betroffen zu sein. In der Medizin nennt man eine solche vielfältige Gemengelage “multifaktoriell” bedingt. Viele der Risikofaktoren für diese Krankheit wurden bislang entschlüsselt. Nachfolgend sind die beiden wichtigsten davon aufgeführt.

Magen-Darm-Infektionen

Was die Gefahr für das Reizdarmsyndrom stark – nämlich um bis das Zwölffache – erhöht, ist eine Infektion im Magen-Darm-Trakt; eine sogenannte Gastroenteritis. Rund ein Drittel all jener, die einmal davon betroffen waren, entwickeln später einen Reizdarm. Da kann die Infektion durchaus bereits Jahre zurückliegen und ist meist schon lange vergessen. Wer sie jedoch nicht vergessen hat, ist der Darm. Ganz offensichtlich wird in dessen Schleimhaut durch den Infekt etwas ausgelöst, was dann zum Reizdarm führt – unabhängig davon, ob Viren oder Bakterien die Auslöser des Infekts waren. Was ausschlaggebend ist, sind Schwere und Dauer der Infektion: je stärker und je länger, desto höher klettert das Risiko für ein späteres Reizdarmsyndrom. Dieses wird dann übrigens entsprechend seiner Entstehung “postinfektiöses Reizdarmsyndrom” genannt.

Einnahme von Antibiotika

Ein weiterer bedeutender Risikofaktor für den Reizdarm ist eine Behandlung mit Antibiotika – einerlei ob das als Kind oder Erwachsener erfolgte. Denn diese Medikamente versetzen der Darmflora gewissermaßen einen Schlag. Neue Studien mit modernsten molekular-genetischen Verfahren zeigen das sehr deutlich: Bei der Analyse des Mikrobioms mit diesen Methoden findet sich eine regelrechte Kerbe, welche die Antibiotika in der Besiedlung der Darmschleimhaut hinterlassen haben. Dieser genetische Fingerabdruck im Bakterienrasen erhöht die Anfälligkeit für die Darmerkrankung ebenso erheblich.

Erhöhte Empfindlichkeit beim Reizdarm

Beim Reizdarm bestehen Probleme im Nervensystem. Diese führen dazu, dass die Empfindlichkeitsschwelle in der Darmwand verschoben ist – nämlich nach unten. Bei Menschen, die unter der Erkrankung leiden, reagiert der Darm deshalb wesentlich empfindlicher auf Reize: Was andere noch gar nicht spüren, nehmen sie bereits ganz deutlich wahr. Die Gründe dafür, also die Reize, können dabei ganz unterschiedlich sein. Das zeigen zum Beispiel wissenschaftliche Studien wie die Dehnung des Darms mit einem Ballon, die sogenannte Ballondillatation. Dabei wird ein kleiner Ballon in den Darm eingeführt. Dann pumpt man diesen so lange auf, bis das dem Untersuchten unangenehm wird – ihm nämlich Schmerzen verursacht. Die Aussage “jetzt tut es weh” kommt von Menschen mit einem Reizdarm sehr viel früher als von Gesunden. Sie erhalten das Signal “autsch” also wesentlich schneller von ihrem Darm. Der Darm von Reizdarm-Patienten ist also wissenschaftlich erwiesen wesentlich empfindlicher als bei Gesunden. Was dazu führt, dass er auf Reize deutlich stärker reagiert.

Übrigens: Eine wirksame und gut verträgliche Hilfe bei Reizdarm bieten Präparate mit Bakterienkulturen; z.B. Probielle® Reizdarm, rezeptfrei aus der Apotheke.

Foto: © animaflora – Fotolia

Mein Buch zum Thema, erschienen im Gräfe und Unzer Verlag!

Infos zum Buch unter: http://www.gu.de/buecher/bewusst-gesund-leben/gesunde-ernaehrung-abnehmen/1415060-faszination-darm/

 

 

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