Traurige Fakten über Frauenherzen

Alarmstufe Rot für Frauenherzen – so heißt ein Bericht der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie. Fazit: Behandlung und Diagnose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen hinkt.

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Fachgesellschaften konstatieren seit Jahren „hoch alarmierende“ Probleme bei der Versorgung von Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Noch immer werden geschlechtsspezifische Unterschiede zu wenig berücksichtigt. Und weiterhin finden Frauen in der Forschung viel zu wenig statt. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie hat deshalb einen Bericht zur misslichen Lage der Frauenherzen herausgegeben. Dessen wichtigsten Ergebnisse:

Herz-Kreislauf-Patientinnen im Hintertreffen

Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern, Schlaganfall & Co. – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Haupttodesursachen bei Frauen. Sie fordern mehr Leben als Krebs und Osteoporose zusammen. Einer der Gründe ist kaum zu glauben: Frauen haben nicht in gleichem Maße Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten wie Männer. Zu diesem Fazit kamen eine Reihe von Untersuchungen. Sie zeigen, dass Frauen häufiger als Männer nicht rechtzeitig in eine Klinik kommen. Ferner ist belegt, dass Frauen in wissenschaftlichen Studien immer noch unterrepräsentiert sind. Das gilt vor allem für die koronare Herzkrankheit und die Herzschwäche.

Das Problem der Risikofaktoren

Frauen erkennen weniger häufig als Männer ihre Risikofaktoren. Zudem ist zu wenig bekannt, dass sich diese unterschiedlich auswirken. So ist etwa Rauchen für Frauen erheblich schädlicher als für Männer – ganz besonders, wenn sie mit der Pille verhüten. Gleiches Bild bei Diabetes: Davon betroffene Frauen haben ein deutlich größeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ebenso ist ihre Prognose nach einem Herzinfarkt schlechter als bei Männern mit Diabetes.

Dilemma 1: koronare Herzkrankheit

Bei Frauen wird eine koronare Herzerkrankung im Schnitt um einiges später festgestellt als bei Männern. Was mit daran liegt, dass bei ihnen so wichtige Untersuchungen wie die Koronarangiografie wesentlich seltener durchgeführt werden. Auch wenn die Diagnose koronare Herzkrankheit steht, sind weibliche Patienten schlechter dran: Sie bekommen seltener als Männer die geeigneten Therapien. Und dass, obwohl ihr Risiko für einen Herzinfarkt durch die koronare Herzerkrankung doppelt so hoch ist.

Dilemma 2: Schlaganfall

Nach einem akuten Schlaganfall gibt es prekäre Unterschiede in der Behandlung. Weibliche Patienten erhalten wesentlich seltener eine bildgebende Untersuchung des Gehirns, ein EKG sowie eine Angiografie. Ebenso ist nachgewiesen, dass Frauen weniger häufig Medikamente zur Vorbeugung eines weiteren Schlaganfalls bekommen. Nicht genug: Die so genannte Thrombolyse, das Auflösen von Blutgerinnseln, ist nach einem Schlaganfall bei Frauen erheblich wirksamer als bei Männern. Dennoch wird diese Behandlung den Patientinnen seltener verordnet. So erstaunt es kaum, dass Frauen nach einem Schlaganfall invalider sind. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, in ein Pflegeheim eingewiesen zu werden, 3,5-mal höher als bei Männern.

Quelle: Europäische Gesellschaft für Kardiologie
Foto: © timsulov / Fotolia
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