Das ABC der Magenschleimhautentzündung

Die Magenschleimhautentzündung ist eine häufige Diagnose und zugleich eine kniffelige Angelegenheit. Denn bei Beschwerden im Oberbauch ist penible Spurensuche angesagt.

Magenschleimhautentzündung ist sehr häufig. Aber oft stimmt die Diagnose nicht.

„Ich glaube, ich hab´s mit dem Magen …“. Eine ganze Reihe jener, die mit dieser Vermutung zu ihrem Hausarzt gehen, verlassen dessen Praxis wieder mit der Information „ja klar, Sie haben eine Gastritis“. Zu gut Deutsch eine Magenschleimhautentzündung. Aber ist das wirklich so? Was da im oberen Bauch so zwickt und weh tut, liegt keineswegs immer an einem Problem an der Magenschleimhaut. Das kann auch etwas anderes sein. Echt jetzt? Ja. Nur ein Pathologe darf das Wort Gastritis wirklich in den Mund nehmen. Denn nur er kann sie definitiv feststellen: als Experte in diesen Dingen unter seinem Mikroskop sehen und dann so nennen. Erst die Entnahme einer Gewebeprobe, die dann – eben vom Pathologen – untersucht wird, gibt Gewissheit, ob es sich tatsächlich um eine Gastritis handelt.

Nicht automatisch Beschwerden

Ja wie? Ich habe eine Gastritis und merke das nicht? Genau. So geht es etwa jenen Zahllosen weltweit, die den Magenkeim Helicobacter pylori in sich tragen: Sie haben durch die Infektion mit diesem Bakterium eine Entzündung der Magenschleimhaut, entsprechend Helicobacter-Gastritis genannt. Autsch. Nein, eben nicht. Die allermeisten, die den Einzeller in ihrem Magen beherbergen, bemerken das gar nicht. Denn die von ihm ausgelöste Gastritis verursacht ihnen keine Beschwerden. Das kann auch bei einer Magenschleimhautentzündung durch andere Ursachen der Fall sein. Fazit: Sie können eine Gastritis haben, aber keine Beschwerden und umgekehrt Beschwerden, aber keine Gastritis. Macht eine Magenschleimhautentzündung Probleme, äußern sich diese meist durch Schmerzen im Oberbauch. Weiterhin typisch, da häufig, sind Übelkeit und Druckgefühl im oberen Bauchbereich. Oftmals können diese Beschwerden nach dem Essen stärker ausgeprägt sein als im nüchternen Zustand.

Was eine Magenschleimhautentzündung verursacht

Dafür, dass eine Entzündung der Magenschleimhaut zu Beschwerden führen kann, gibt es einige Gründe. Weil das mit der Gastritis ohnehin alles schon so kompliziert ist, haben sich die Fachleute für diese Dinge etwas zur Vereinfachung einfallen lassen: das ABC-Schema. Das hilft nicht beim Lesen und Schreiben lernen, sondern bei der Unterteilung der Ursachen dafür, wenn die Gastritis Probleme macht.

Das ABC der Magenschleimhautentzündung

  • A = Autoimmun bedingt
  • B = Bakteriell, meist durch Helicobacter pylori bedingt
  • C = Chemisch, durch bestimmte Medikamente bedingt

Die mit Abstand häufigste Ursache einer Gastritis ist eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori, also Typ B. Sie sorgt bei achtzig Prozent der Betroffenen für die Beschwerden. Typ C haben circa 18 Prozent der Patienten mit einer Gastritis. Zu den Medikamenten, die dafür verantwortlich sein können, gehören allen voran die nicht-steroidialen Antirheumatika, kurz NSAR. Bekannte Vertreter dieser Gruppe von Medikamenten sind Ibuprofen, Diclofenac und ASS. Was, wichtig zu wissen, weiterhin zu einer Gastritis vom Typ C führen kann, sind Rauchen und Alkohol. Die wenigsten Fälle von Gastritis, nämlich ein bis zwei Prozent, sind durch Autoimmunerkrankungen verursacht. Typ A ist also eindeutig in der Minderheit.

Lesen Sie hier auf Journal Magen-Darm, wie eine Magenschleimhautentzündung behandelt wird.

Mein Buch zum Thema, erschienen 2018 im Gräfe und Unzer Verlag!

Infos zum Buch unter: http://www.gu.de/buecher/bewusst-gesund-leben/gesunde-ernaehrung-abnehmen/1415060-faszination-darm/

 

 

Foto: © psdesign1 / fotolia.com

 

Tagged , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.